AIDS – Wissen, Einstellungen und Verhalten 1987 bis 1999 Ergebnisse der jährlichen Repräsentativbefragung “AIDS im öffentlichen Bewusstsein der Bundesrepublik”

Abstract

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) untersucht seit 1987 jährlich die Entwicklung von Wissen, Einstellungen und Verhaltensweisen sowie die Veränderungen des Informations- und Kommunikationsverhaltens im Zusammenhang mit HIV und AIDS bei der Allgemeinbevölkerung. Die letzte, Ende 1999 durchgeführte Untersuchung zeigt: Das hohe Basiswissen über Infektionsrisiken und -nichtrisiken ist nach wie vor vorhanden. Stabil ist auch das gegen Stigmatisierung und Ausgrenzung von Menschen mit HIV und AIDS gerichtete Meinungsklima. Die Einstellungen zum Schutz vor AIDS sind ebenfalls weit verbreitet. Die sexuell aktive Allgemeinbevölkerung akzeptiert nahezu vollständig die Verwendung von Kondomen bei neuen Sexualkontakten. Das tatsächliche Schutzverhalten hat sich im Verlauf der AIDS-Aufklärungskampagne vergleichsweise langsam, aber kontinuierlich ausgebreitet, vor allem auch bei den Teilgruppen der Bevölkerung, die aufgrund ihrer sexuellen Lebensweise ein potentiell höheres Risiko haben. In de letzten Jahren wird jedoch zunehmend deutlich, dass sich der positive Trend nicht weiter fortsetzt, sondern seit 1996 stagniert. Diese Entwicklung verläuft – leicht zeitversetzt – parallel zu einem seit 1994 beobachteten Trend: AIDS wird in der öffentlichen und privaten Kommunikation weniger häufig thematisiert, mit der Folge, dass die das Schutzverhalten motivierenden Lern- und Handlungsimpulse immer seltener werden. Every year since 1987 the Federal Centre for Health Education monitors the development of knowledge, attitudes and behaviour and the changes in information and communication patterns in relation to HIV and Aids of the general population. The last study conducted at the end of 1999 shows: The basic knowledge of infection risks and non-risks continues to be present at a high level. The general attitude rejecting the stigmatisation and isolation of people with HIV and Aids also continues to remain stable. Attitudes towards protection against Aids also are wide spread: the sexually active general population almost entirely accepts the use of condoms with new sexual partners. Actual protective behaviour has spread comparatively slowly, but steadily throughout the course of the AIDS education campaign especially in the sub-groups of the population which face a potentially higher risk due to their sexual habits. The repeat surveys conducted in recent years increasingly show that this positive trend is not continuing, but rather has stagnated since 1996. This development runs – after a short time-lag – roughly parallel to a trend which has been observed since 1994: The subject of Aids is being addressed less and less frequently in public an private communication and this is leading to a declining number of protection motivating impulses.

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